Grass Valley: Kamera-Talk in Breda
Im holländischen Breda entwickelt, wartet und modifiziert Grass Valley seine Broadcast-Kameras. film-tv-video.de hat den Standort besucht.
Grass Valley gehört seit 2014 zu Belden, der offizielle Name des Unternehmens lautet »Grass Valley, a Belden Brand«. In diesem Unternehmensbereich und unter diesem Namen hat Belden die zugekauften Unternehmen Miranda und Grass Valley vereint, auch die jüngst zugekaufte SAM wird hier integriert.
Grass Valley hat seinen Hauptsitz im kanadischen Montreal, aber wenn es um Kameras geht, ist das Unternehmen in den Niederlanden zuhause. film-tv-video.de war vor Ort und hat mit Mitgliedern des dortigen Führungsteams aus verschiedenen Bereichen über aktuelle Markttrends, neue Entwicklungen in der Sensortechnik und die Besonderheiten der Kameraproduktion in Europa gesprochen.
Dass der Kamerabereich von Grass Valley in Breda angesiedelt ist, hat historische Gründe: Hier entwickelte und fertigte einst Philips seine Broadcast-Kameras — und auch wenn die Namen wechselten und später auch BTS und Thomson ins Spiel kamen und wieder gingen, so blieb doch die Kompetenz vor Ort immer erhalten. Kameras aus Breda spielten in der Broadcast-Branche stets eine wichtige Rolle.
Dr. Ir. Peter Centen, VP R&D Cameras bei Grass Valley berichtet, dass in Breda bereits in den 60er Jahren erfolgreich Broadcast-Kameras gebaut wurden. Daraus entstand eine florierende Fabrik. Im Jahr 2005 etwa hatte film-tv-video.de das Unternehmen besichtigt (Bericht), in dem damals unter der Flagge von Thomson rund 250 Mitarbeiter Kameras produzierten.
Mit dem Markt veränderte sich in den Folgejahren auch die Produktionssituation: Das alte Firmengebäude wurde aufgegeben, aber das Unternehmen blieb in Breda. »Hier entwickeln wir aktuell neue Sensoren und bauen auch die Sensorblöcke unserer Kameras zusammen, die das Herz jeder Kamera bilden«, erläutert Klaus Weber, Principal Camera Solutions & Technology bei Grass Valley.
Mittlerweile ist Grass Valley das einzige Unternehmen, das in Europa Forschung, Entwicklung und Produktion von Sensoren und Kameras für den Broadcast-Markt realisiert.
Die Endmontage der Kameras findet nun aber nicht mehr in Breda, sondern in Ungarn statt: bei Jabil in Tiszaujvaros. Dort kommen die Sensorblöcke aus Breda und alle anderen, notwendigen Komponenten zusammen. Jabil hat sich auf die Auftragsproduktion von High-End-Elektronik spezialisiert — und einer der Kunden der Fabrik ist Grass Valley.
Den Standort Breda hat Grass Valley in den vergangenen Jahren sukzessive neu ausgerichtet: Neben der Entwicklung der Sensoren und der extrem sensiblen und knowhow-trächtigen Produktion der Sensorblöcke, führt Grass Valley in Breda auch umfangreiche Qualitätstests der Kameras durch und betreibt hier Service und Wartung für die Kameras.
Auch darüber hinaus spielt der Standort Breda für Grass Valley eine wichtige Rolle, erläutert Stefan Weidner, Regional Sales Director für Zentral- und Südeuropa bei Grass Valley: »Breda ist gewissermaßen das europäische Gegenstück zum Hauptsitz des Unternehmens in Montreal. Insgesamt ist Grass Valley heute an 28 Orten in mehr als 20 Ländern präsent«, zählt Weidner auf und ergänzt: »Wir sind also weltweit vertreten.
Doch Breda nimmt bei all diesen Standorten eben eine herausgehobene, besondere Rolle ein.« Insgesamt beschäftigt Grass Valley derzeit rund 1.200 Mitarbeiter, und Stefan Weidner führt aus, dass Grass Valley in jüngster Zeit auch wieder dazu übergehe, die Regionen zu stärken und eigenes Personal in den Märkten vor Ort einzusetzen.
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