Ncam: Schneller, einfacher zu AR/VR
Mit dem Launch der Version 2 seiner Kamera-Tracking-Lösung will Ncam AR und VR schneller, einfacher, besser und günstiger machen.
Ncam bietet Produktionslösungen für Virtual- und Augmented-Reality an. Die Produkte des Unternehmens können in verschiedenen Umfeldern verwendet werden, auch in Live-Broadcast-Situationen, also unter sehr anspruchsvollen Echtzeit-Anforderungen. So wurde etwa die ARD/ZDF-Berichterstattung von der Fußball-WM 2014 mit Technologie von Ncam umgesetzt.
Ncam nutzt dafür unter anderem im Grafikbereich den Games-Engine Unreal von Epic. Eine absolute Besonderheit von Ncam ist aber, dass das Unternehmen ein eigenes Tracking-System entwickelt hat. Das bietet etliche Vorteile, unter anderem ist man mit dem Ncam-System sehr flexibel und kann auch mit Handkameras arbeiten — wenn man will, sogar auch in Outdoor-Settings (Basic-Video von 2013, VR-Video von 2016). Beim Ncam-System braucht man keine speziellen Targets und Marker in der Szenerie, sondern es werden direkt vom Tracking-System genügend Daten generiert, die ausreichen, um das Bild zu analysieren.
Das Tracking-System nutzt hierfür zahlreiche Sensoren und erfasst das Bild etwa auch durch ein separates Stereo-Kamera-Pärchen. Das Kamerapärchen ermöglicht es, die Distanz zwischen der Hauptkamera und den Objekten vor der Kamera zu messen. Das ist wichtig, wenn man realistische AR-Sequenzen umsetzen will.
Mit diesen und zahlreichen weiteren Metadaten wird der Grafik-Engine gefüttert und kann dadurch exakt passende virtuelle Objekte einpassen.
Der Nachteil des hauseigenen Tracking-Systems von Ncam waren bislang Größe und Gewicht des Kamera-Bars sowie die anspruchsvolle Justage.
Schon bei der IBC2019 hatte der Hersteller einen ersten Prototypen einer neuen Kamera-Tracking-Lösung vorgestellt — kleiner, leichter und wesentlich einfacher in der Handhabung. Nun bietet der Hersteller das fertige Produkt an, nimmt Bestellungen an — nennt aber noch keinen Preis.
Kamera-Bar, Server und Software zusammen machen Mk2 aus
Die neue Version des Trackings-Systems von Ncam besteht — wie auch bisher schon — aus zwei Hardware-Elementen. Nun sind diese Elemente aber wesentlich kleiner, leichter und einfacher zu handhaben.
Der Kamera-Bar ist nicht einmal mehr halb so groß und wiegt statt 1,2 kg nur noch 288 g. Er kann auch problemlos oberhalb der Hauptkamera montiert werden und kann deshalb mit mehr verschiedenen Kameras und Rigs verwendet werden.
Schnellere und genauere Einrichtung und Kalibrierung des Systems verspricht das Unternehmen ebenfalls. Erreicht habe man das auch durch eine verbesserte Benutzeroberfläche.
Das zweite Element des Tracking-Systems ist ein Rechner, den der Hersteller schlicht Server nennt. Das war bisher mehr oder weniger ein klassischer Desktop-Rechner. Die Hardware der ersten Generation erforderte ein Ethernet-Bündel, um die Tracking-Daten mit der Ncam-Reality-Software an den Server weiterzuleiten.
Nun baut das Unternehmen auch einen wesentlich kompakteren, leichteren Server, den man sogar direkt an der Kamera montieren kann — weniger, kürzere Kabel sind nur ein Vorteil dieser Lösung. Alle Kamera-Tracking- und Objektivdaten können damit nämlich auch lokal, direkt am Kamerasystem berechnet werden. Das bedeutet, dass Ncam jetzt auch eine vollständig drahtlose Tracking-Lösung anbieten kann.
Passend zur neuen Hardware hat Ncam auch die zugehörige Software-Suite neu gestaltet und eine Reihe weiterer Funktionen hinzugefügt.
Die aktuelle Version der Software-Suite nennt Ncam Reality 2020: vereinfachte Bedienung, Extraktion hybrider Merkmale einschließlich natürlicher Merkmale, Marker und Referenzpunkte, drahtlose Funktionalität mit Mk2-Hardware sowie Verbesserungen der Leistung und Stabilität insgesamt nennt der Hersteller als wichtige Features.
Darüber hinaus bietet die AR-Suite-Software, die in ihrer Lite-Ausführung standardmäßig im Lieferumfang enthalten ist, nahtlose und zukunftssichere Integration in das neueste Unreal-Engine-4-Toolset.
Preise für die Mk2-Lösung nennt Ncam, wie schon erwähnt, noch nicht, verspricht aber ein insgesamt erheblich vereinfachtes Produktangebot und Preismodell — einschließlich der Möglichkeit zum Direktkauf oder zur Lizenzierung über ein Jahresabonnement.