Kurznachrichten: 20.02.2025

News: Kurz und knackig – KW 8/2025

ChatGPT: Kampf um Privatisierung. Filmförderung: ARD und ZDF zahlen ein. »Raubrittertum«: Joyn streamt ARD/ZDF Mediatheken-Content.

Unternehmen

Wie angekündigt hat der Verwaltungsrat von OpenAI das Kaufgebot von Musk & Partnern über 100 Mrd. $ einstimmig abgewiesen. Es handele sich um »den jüngsten Versuch von Musk, seine Konkurrenz zu stören«. Trotz möglicher Umstrukturierungen (auch in Zusammenarbeit mit Microsoft und anderen) soll die generative KI Chat GPT weiter der gesamten Menschheit zugutekommen, so VR-Chef Bret Taylor. 
Elon Musk will die Umwandlung von OpenAI in ein profitorientiertes Unternehmen per Gericht verhindern; seine Tesla -Autos sind auf KI angewiesen. Die neue Version seiner eigenen KI Grok habe »sehr mächtige Reasoning-Fähigkeiten« und habe Wettbewerber ausgestochen, behauptete Musk.
Nach zehn Jahren ohne Gewinn, dem Verkauf des Sitzes in Lyon, 200 Entlassungen und dem Umzug nach Brüssel schreibt der Spartensender laut CEO Claus Strunz erstmals wieder schwarze Zahlen in nicht genannter Höhe. Im Digitalbereich wird auf 31,5 aktive User pro Monat und 1,06 Mrd. Pageviews in 2024 verwiesen. Per TV werden 495 Mio. Haushalte in 160 Ländern erreicht.
Nachdem Mehrheitseigentümer Blavatnik kürzlich nachinvestierte erwarb der saudiarabische Staatsfonds SURJ Sports bei dem Sport-Streamer einen Minderheitsanteil. Spekuliert wird um ein Milliarden-Investment, u.a. um die Rechte an der Fifa-WM ab 2026 bis zur WM im eigenen Land 2034 zu nutzen.

Broadcast

Ihr 75. Jubiläum begehen die neun ARD-Anstalten u.a. am 31. März mit der Sendung »75 Jahre. Fürs Erste! Die ARD-Story mit Susanne Daubner« und »Die große Jubiläumsshow« am 5. April – beide Sendungen um 20.15 Uhr im Ersten sowie in der Mediathek. Dort gibt es u.a. ein Wiedersehen auf Abruf mit Serien wie »Ein Herz und eine Seele«, »Raumpatrouille Orion« und »Monaco Franze«.
Die Preistreiberei bei den Sportrechten und Etatkürzungen in dem Bereich erschweren den ÖR-Sendern den Erwerb attraktiver Senderechte. Gegenüber dpa schlossen die Sportchefs Axel Balkausky (ARD) und Yorck Polus (ZDF) eine Teilung von Rechten mit Privatsendern z.B. bei Fußball-Länderspielen nicht mehr aus.
Nach Angaben des Verbandes müssen Hotels, Krankenhäuser und Senioren- und Pflegeeinrichtungen nach der SD-Abschaltung neben den Endgeräten auch die Technik der Gemeinschaftsanlagen umrüsten. Im dem Bereich hätten die Hersteller professioneller Sat-Empfangsanlagen eine erhöhte Nachfrage und Lieferengpässe zu verzeichnen.

Kinos, Filme, Festivals, Förderungen

Im Rahmen des 15. Film-/Fernsehabkommens zwischen ARD, ZDF und FFA beteiligt sich das ZDF 2025 mit 7,8 Mio. € an der Förderung von Kino-Koproduktionen. Laut dem Abkommen müssen die Sender 3% ihrer Ausstrahlungskosten für Kinospielfilme des Vorjahres in Geld- oder Medialeistungen und für Gemeinschaftsproduktionen zusagen.
Die ARD wird 2025 9,3 Mio. € an die FFA überweisen und die gesetzliche Abgabe freiwillig auf 5,5 Mio. € erhöhen. Enthalten sind 4,8 Mio. € für Gemeinschaftsproduktionen. Für weitere 1,5 Mio. € werden Medialeistungen bereit gestellt.

Streaming

Die unerlaubte Übernahme aus ARD/ZDF-Mediatheken bezeichnet die ARD als »modernes Raubrittertum«. Das sei bei Verhandlungen über die Integration von Joyn-Inhalten bei ARD/ZDF »definitiv ausgeschlossen« worden. ARD/ZDF wollen laut Medienberichten klagen. P7S1 behauptet, Embedding sei aufgrund von EU-Recht zulässig und nennt das einen Betabetrieb, ohne die Nutzer entsprechend zu informieren.
Laut den US-Analysten investieren die Streaming-Anbieter 2025 rund 12,5 Mrd. $ (+2%. 2023: 18%) in Sportrechte. Ein Drittel davon kommt von DAZN, u.a. wegen der Übernahme von Foxtel Australien. Amazon soll seinen Anteil von 18% auf 25% ausbauen. Auf den weiteren Plätzen folgen das lineare Fernsehen und Netflix. Sport ist mit ca. 20% an den globalen Investitionen von 64 Mrd. $ (61,2 Mrd. €) beteiligt.

Radio, Audio

Die Bundesnetzagentur blockiert die Nutzung der Kanäle 5A und 5B für DAB+. Laut golem.de kritisiert die für die Rundfunkpolitik der Länder federführende Staatskanzlei Rheinland-Pfalz per Brief an das Bundesdigitalministerium: »Dadurch verschärft sich die bereits bestehende Frequenzmangellage bei DAB+.« In 3 Bundesländern könnten Bedarfe nicht erfüllt werden. Die Bundeswehr beansprucht auch 5 UHF-Kanäle, die TV und Produktionsfunk zugeteilt sind.
Nach Medienberichten unter Verweis auf die Bundesnetzagentur plant der Sendenetzer acht neue Sendeanlagen für seinen 1. nationalen DAB+-Multiplex in Schleswig-Holstein (3), Brandenburg (2), Sachsen, NRW und Rheinland-Pfalz (je 1).

Märkte, Studien, Statistiken

Europaweit war der Kinobesuch 2024 mit 841 Mio. Zuschauern um 2% rückläufig, EU-weit wurden 640 Mio. Tickets ()-3%) geschätzt. Laut der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle pendeln sich die Besuchszahlen bei 24% unter dem Niveau vor der Pandemie ein; der Aufschwung habe möglicherweise ein Ende erreicht.

Recht & Gesetz

Der Rundfunkrat überarbeitete seine Geschäftsordnung. Jetzt kann das Gremium Kritik an einem Angebot auch unabhängig vom Vorliegen einer Programmbeschwerde diskutieren.

Standards

Der Interaktiv-Standard DVB-I wurde um neue Guidelines im »BlueBook A185« für den barrierefreien Zugang erweitert. Dabei geht es u.a. um die Signalisierung von Untertiteln, Audiodeskriptionen und Gebärdensprache.

Internationales

Mit einer Beschwerde gegen den Denkmalschutz will der Eigentümer den Abriss der nicht mehr genutzten Sendetürme für Kurz-, Mittel -und Langwelle von Radio Luxemburg in Junglinster möglich machen, berichtet Radio Eins (RBB). Begründung: Die Anlagen, die 1954 die Vorgänger aus den 1930er Jahren ersetzten, seien nicht denkmalswürdig. Nach der Logik, so der Radio Eins, könnte nicht nur der Berliner Funkturm sofort abgerissen werden.
In Istanbul startete ein DAB+-Multiplex mit 12 öffentlich-rechtlichen und privaten Stationen im Großraum Istanbul. Mit DAB+ könnte man die Frequenzknappheit auf UKW überwinden und bis zu 448 neue Sendeplätze bereitstellen.

Personalia

Beim Ausrichter-Verband der Lolas folgt die Schauspielerin Vicky Krieps auf ihre Kollegin Alexandra Maria Lara, die nach drei Amtsjahren das Präsidium verläßt. Florian Gallenberger wurde wiedergewählt. Die neue Sektion Animationsfilm vertreten Dirk Beinhold und Emely Christians im Vorstand. Der Vorstand wählt im März den neuen Vorsitz.
Sarika Hemi Lakhani wechselt nach 15 Jahren von den von Tom Tykwer initiierten Masterclasses für afrikanische Filmemacher zur Berliner Firma X Filme, wo sie als Produzentin mit Jorgo Narjes, Nicole Kellerhals und den Geschäftsfüghrer Uwe Schott und Tom Rykwer zusammenarbeitet.
Die u.a. an Media Broadcast und dem Antennenfernsehen FreenetTV beteiligte Telco wird ab dem 1.8. von Robin John Andes Harries geführt, der nach einem kurzen Dienst bei Trivago zurückkehrt. Der langjährige CEO Christoph Vilanek scheidet Ende 2025 aus.

Keine Kurz-News mehr verpassen und einfach den Newsletter abonnieren: